Beziehungskunst

von Christina und Andreas Diemer

Beziehungskunst ist die Kunst, die Liebe in einer Beziehung weiter fließen zu lassen, auch wenn es unangenehm wird! Kunst deshalb, weil üblicher Weise Herausforderungen in Beziehungen nicht mehr als Chance zu heilen oder wachsen genützt, sondern gemieden werden. Trennung scheint der einfachere Lösungsweg zu sein.

Die Fakten:

Jede 2. Ehe wird geschieden und immer mehr Menschen leben als Single. Das hat fatale Auswirkungen auf Gesundheit, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Hinter jeder 2. Insolvenz steht eine Scheidung oder Trennung. Folgen davon sind zunehmender Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenkonsum, Vereinsamung und Krankheiten, die daraus entstehen wie z. B. Herzkrankheiten, Essstörungen und Migräne, Burnout, Gewalt, Sexualstörungen und Missbrauch. Ein Viertel der Bevölkerung in der EU leidet unter psychischen Störungen, 40% davon unter schweren Depressionen.

Solange sich Frauen und Männer nicht wirklich wertschätzen und gegenseitig stärken können, wird ein nachhaltiges, glückliches Leben auf unserem Planeten immer unwahrscheinlicher.

Unsere Konsequenz:

Beziehungstrainings, Familientherapien und Schulungen zur Liebesfähigkeit sind ein sozialer, wirtschaftlicher und politischer Beitrag für die Gesellschaft und so für jeden einzelnen. Beziehungskunst ist Engagement für eine respektvolle, achtsame, unterstützende, Wechselwirkung. Die Impulse kommen in gelungenen Liebesbeziehungen aus der Fülle und Liebe, nicht mehr aus der Angst und dem Mangeldenken. Beziehungskunst erfordert die Bereitschaft im Spiegel anderer, mit allen Aspekten der eigenen Entwicklung in Fluss zu kommen. Nicht den Partner wechseln, sondern die eigene Haltung! Liebe deinen „Partner“, deinen Nächsten, wie dich selbst.

Es ist die Kunst:

in Versöhnung mit den eigenen Wurzeln (Herkunft u. Vorfahren) zu kommen, einer konstruktiven Streit- und Liebeskultur. Konfliktfähigkeit ermöglicht ein größeres Potential zur Lebens- und Liebesbewältigungen auch in Krisen, zu verzeihen und Abhängigkeiten zu überwinden.

männliches und weibliches Heilsymbol der Hopi

männliches und weibliches Heilsymbol der Hopi

Beziehungskunst ist ein radikaler Abschied von der Opfer-Täter-Retter-Rolle. Eine gelungene Liebesbeziehung erfordert die Bereitschaft einer kreativen Weiterentwicklung. Der Prozess des gegenseitigen kennen Lernens ist nie abgeschlossen und bedarf einer Achtsamkeit, das Andersartige im Partner auch in sich zu integrieren. Spätestens in den Wechseljahren sollten Frauen auch das Männliche und die Männer das Weibliche in sich integriert haben.

Sind zwei Menschen wirklich zusammen, können sie viel mehr bewirken, als ihnen bewusst ist. Lassen sie ihre Kräfte zusammenfließen in eine Synergie, bringt das neue Früchte und stärkende Kräfte für neue Projekte. Diese Synergie ist kreativ und transformierend. In einer erfüllenden Partnerschaft wissen beide, dass sie genau den richtigen, optimalen Partner haben, um heiler und liebender zu werden. Sie sind entschieden und rennen nicht einem Idealpartner (Prinz/Prinzessin) hinterher oder suchen ihn heimlich in ihren Gedanken, Seitensprüngen oder virtuell.

 Wie die Liebe bleibt und sich vertiefen kann

Mentale Reifung: gelungene Kommunikation in der Partnerschaft, Ängste und Scham überwinden lernen, Vergebungsrituale, Vertrauen, zusammen wachsen
Emotionale Reifung: Achtsamkeit, gegenseitig unterdrückte und blockierte Gefühle befreien helfen, mit der Kraft der Gefühle gehen, fühlen und spüren
Physische Reifung: Körperweisheiten als Botschaft verstehen, sensuelle und sexuelle Erfahrungen machen zur Steigerung der Lebensfreude und Ekstase, Freude an körperlichem Wohlempfinden
Intuitive Reifung: Vertrauen, Hingabe, verlorene Seelenaspekte integrieren, Familienheilung, Seelenbegegnungen, das Große und die Unschuld im Partner erkennen und wertschätzen
Transzendente Reifung: Eins- Sein, Liebe, die 3. Kraft wirken lassen.

Heilsymbol gemalt von Christina: Synergie männlich und weiblich

In einer erfüllenden Partnerschaft können sich Krankheiten und Süchte auf Dauer nicht halten. Können sich die Partner ihre Bedürfnisse nach Wachstum, Reifung und Liebe auf allen Ebenen gegenseitig erfüllen und jeder sein eigenes Repertoire in allen Dimensionen erweitern, steht einer glücklichen Beziehung nichts mehr im Weg.

Grundlagen und Werte einer erfüllten Partnerschaft

—Wir sehen die Tiefe unserer Herzens- und Seelenverbindung sowie den Grad unserer Bereitschaft loszulassen und zu verändern als Indikator für die psychische Gesundheit und Paarentwicklung.
—Wir gründen unsere Beziehung auf Sein und Nicht-Sein bezogene Werte, anstelle von Bedürftigkeit.
—Wir nutzen unsere Beziehungen für gegenseitiges Lernen, Heilen, Wachstum und Erwachen, und entwickeln die Fähigkeit, bedingungslos zu lieben.
—Wir integrieren alle 5 Dimensionen des Seins (mental, energetisch, physisch, intuitiv, transzendent), um erfüllte Beziehung zu leben. Wir integrieren den Schatten, sowie Ethik, Sexualität, Arbeit und Beziehungen.
—Wir vereinbaren ausdrücklich, uns gegenseitig unsere jeweilige Wahrheit zu sagen und die des Anderen anzuhören, ohne dass diese vom Partner bestätigt oder akzeptiert werden muss. Wir übernehmen die Verantwortung für unsere eigenen emotionalen Reaktionen auf die Wirklichkeit unseres Partners.
—Wir bemühen uns kontinuierlich, unsere gesunden weiblichen und männlichen Polaritäten zu entwickeln, ins Gleichgewicht zu bringen und zu harmonisieren und begegnen einander als gegensätzlich und ebenbürtig, um Synergien auf allen Ebene zu schaffen.
—Wir teilen ein gemeinsames Ziel unserer Beziehung, das größer ist als es jeder von uns für sich allein verwirklichen kann. Wir stellen dies in den Dienst des größtmöglichen Nutzens für die größtmögliche Anzahl von Menschen (kollektives Bewusstsein).
—Wir teilen unsere materiellen Ressourcen und verfolgen einen ökologisch, sozial, kreativen und verantwortlichen Lebensstil.Wir praktizieren eine sensuelle, authentische Sexualität und entscheiden uns für Monogamie aus freier Wahl anstelle von Angst und Gier.Wir entscheiden uns zu lieben anstatt etwas zu „erdulden“, das uns „widerfährt“ oder das wir anziehen. Wir „haben“ nicht Beziehung, wir  „kreieren“ Beziehung.